Nikolaus

Er ist die Lichtfigur des Spieles und stammt eindeutig christlichem Gedankengut ab. Wie kam nun dieser Mann als Bischof von Myra in Kleinasien ins Ennstal? Eine Theorie sieht folgendermassen aus: Er ist auch der Patron der Seefahrer und in den großen Hansestädten wurde nach erfolgreicher Heimkehr immer ein Fest zu seinen Ehren gefeiert, an dem getrocknete Südfrüchte an die Kinder verteilt wurden. Diese Sitte breitete sich allmählich in fast ganz Europa aus, leider verfließen für viele Kinder die Grenzen zwischen Nikolaus und Weihnachtsmann. In unserem Spiel siegt er am Ende über das Böse und wendet alles zum Guten.
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Jäger


sind die Quartiermacher und kündigen das Kommen der rauen Gesellschaft an. "I tritt herein schön knittlfest, begriaß n´Hausherrn und seini Gäst ..." Sie fragen außerdem den Hausherren, ob das Spiel aufgeführt werden darf.

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Krampusse

Das Wort Krampus kommt von Krampe, was so viel wie Kralle bedeutet. Die Ausrüstung der Krampusse hat sich in den letzten Jahren sicherlich entscheidend verändert. Im steirischen Ennstal waren größtenteils die kubischen Felllarven in Gebrauch. Diese Masken sind mit Schlitzen für Augen, Nase und Mund ausgestattet, einer aufgeklebten roten Zunge sowie mit Ziegen- und Kuhhörnern oder Gamskrickeln. Die heute verwendeten Holzmasken werden mittels eines Schanieres an einem Gestell oder direkt an einem Helm angeschraubt. Der Großteil der Masken stammt aus Öblarn, zum Teil wrden sie von den Krampussen selbst angefertigt. Es werden aber auch einige Teufelsköpfe von anderen Schnitzern getragen.
Die Kleidung der Krampusse besteht aus Bock- oder Schaffellen, die als Overall oder Mantel ausgeführt sind. An breiten Ledergurten werden Glocken oder geschmiedete Schellen getragen. Zur Ausrüstung gehört noch eine Rute aus Birkenzweigen oder ein gegerbter Roßschweif. Zusätzlich besitzt der Luzifer einen Dreizack und einen Gürtel mit einer Kette, mit der er von zwei Krampussen gebändigt wird.

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Schab

Seltsame, in Stroh gehüllte Gestalten mit riesigen Hörnern, schreiten mit ihren Peitschen schnalzend dem Zug voran. Die Bezeichung "Schab" stammt vom ahd. scoub bzw. mhd. schoup, was so viel wie Strohbund, Garbe oder Strohbündel bedeutet (Lexer, 185; Schmeller, 531f). Diese Gesellen weichen für gewöhnlich dem Lichtschein aus, welcher durch Fenster und offene Türen ins Freie fällt, betreten auf keinem Fall das Haus und gehen nicht einmal unter den Dachvorsprung. Sie gehören zu den ältesten Figuren des Spiels und symbolisieren mit ihren Strohgewändern wahrscheinlich die Geister des Kornfeldes in der Zeit des Winters. Der Ursprung der Figuren ist umstritten. Ihre Erscheinung erinnert an die aufgehiefelten Strohgarben (Schab) die früher zum Trocknen auf dem Feld aufgestellt wurden. Der 6-er oder 8-er Takt, der mit den Peitschen geschlagen wird, hat mit dem ausdreschen der Getreidegarben zu tun. Beim Getreidedrusch standen die Bauern früher mit Dreschflegeln im Kreis auf der Tenne und schlugen mit Respektabstand abwechselnd im Rhythmus auf die am Boden liegenden Garben, um die Körner auszudreschen.

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Habergeiß [Ho:wā-goaß]

Dahinter verbirgt sich ein in weißes Bockfell gehüllter Mann, der auf seinem Kopf den nachgebildeten Hals und das Haupt einer Ziege trägt. Das Wort "Haber" wird vielfach als germanische Ableitung von habra = Bock gesehen, andererseits wird das ahd. habaro (10. Jh.) bzw. das mhd. haber(e) mit dem Getreide Hafer in Verbindung gebracht (Grimm X, 77-80; Pfeiffer, 492). Ihr größtes Vergnügen besteht darin, mit dem beweglichen Unterkiefer Leute zu zwicken oder ihnen die Hüte und Hauben vom Kopf zu stehlen. Scheinbar war sie auch ein Wesen welches Fruchtbarkeit brachte und hatte früher auch Auftritte im Fasching. Sie bringt Abwechslung in das Spiel und erheitert die Zuseher.

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Schmied

Ein rußgeschwärztes Gesicht, mit Lederschurz und Hammer, zieht der Schmied ebenfalls mit der wilden Schar mit. Er verschwindet blitzschnell unter dem Stubentisch oder auch im Gewühl der Zuschauer und versetzt ihnen einen Schlag auf die Zehen. In früherer Zeit wurden die Stubeninsassen von ihm mit den Schuhen auf dem Boden oder mit den Kleidungsstücken auf der Sitzbank festgenagelt. Er ist ebenso wie die Habergeis eine lustige Figur die das Spiel auflockert.

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Tod

Im Gegensatz zu anderen steirischen Spielen hat der Tod in Öblarn nicht die Rolle des Vollstreckers, um den Bettelmann in die Ewigkeit zu holen. Er ist vielmehr jene Figur, die den Menschen vor Augen führt, dass er ihr ständiger Begleiter ist.
Die Personifizierung des Todes selbst tritt erst im Spätmittelalter häufiger auf. Das Attribut ist eigentlich älter als die Gestalt selbst, und volkstümliche Gestalten wie Krankheitsdämonen haben sehr wohl auf die Ausbildung der Todesgestallt den gleich Einfluss, wie die biblische Bildersprache.

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Im Öblarner Spiel trägt er ein schwarzes Gewand, mit aufgemalten Knochen und einen aus Holz geschnitzten Totenkopf. In der Hand hält er eine Sense (Schnitter Tod), womit er seine Aussagen und Androhungen unterstreicht. Früher wurde er auch oft mit einem Pfeil dargestellt.


 

Wald- und Berggeister

Die Menschen glaubten immer, dass in diesen langen Winternächten Geister und seltsame tierähnliche Gestalten durch die Wälder streiften. Märchen erzählen uns davon. Masken und Gewänder mit tierischer Erscheinung zählen zu den ursprünglichsten Verkleidungen in Verbindung mit Winterbräuchen. Unser Flechtenmann, Grassteufel und Hirsch schauen zwar grimmig aus, doch sind sie sehr zahme Gesellen die grollend umherziehen. Im Brauchtum um die Wintersonnenwende spielte immer das Vertreiben der Dunkelheit mit Maske und Lärm eine große Rolle.

 Durch das grüne Gewand gibt es auch Vermutungen , dass diese Figur eigentlich im Frühjahr zum Einsatz kam .Der Grassteufel kommt auch im Steirischen Salzkammergut zum Einsatz.

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Weiters wurde vor einigen Jahren eine Tierfigur der "Hirsch" in das Spiel integriert. Nachdem in der Literatur oft Hinweise auf Tiermasken als Ursprung des Maskenkultes zu finden sind wurde er als Lebenssymbol mit aufgenommen.

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Sommer und Winter

Der Sommer trägt meist einen Stroh- oder Ährenkranz bzw. eine stilisierte Sonne auf dem Kopf und einen grünen Buschen in der Hand. Der Winter ist auf alten Darstellungen mit immergrünem Laub umwunden, sein Gesicht ist geschwärzt und in der Hand hält er einen Stock oder eine Gabel. In einem Streitgespräch versucht jeder den anderen mit seinen Vorzügen zu beeindrucken. Diese beiden Figuren sind die ältesten schriftlich dokumentierten Gestalten (1816 durch Erzherzog Johann bei seinem Besuch in Öblarn).

Das Streitgespräch wurde früher zu verschiedenen Anlässen über das ganze Jahr hindurch aufgeführt. Von der Sommer bis zur Wintersonnenwende gewinnt der Winter im restlichen Jahr der Sommer.

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Da Sturm

Diese Figur wurde im Jahr 2002 neu in das Spiel eingefügt. Sie beendet mit einem Text von Hans Waldried Moser das Spiel.

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I bin da Sturm. Fahr übers Land ,
 und pfeif mein wildn Gsang,
 und Lab und Zweig und Schnee und Sand,
 muaß tanzn nach mein Gang.

Was fest is, bleibt, was wackelt fliagt,
 des is mein Zweck und Sinn,
 und brechn muaß , was si nit biagt,
 i fahr durch dick und dünn.

Und find i wo an Funkn Gluat,
 so wird’s a heller Brand.
 Is iawad schlecht , is iawad guat,
 für Volk und Wald und Land.

Des is mein Werkn Jahr und Tag,
 mir fallt nix anders ein,
 was i mit meine Wolkn trag,
 kann Segn und Unglück sein.

I bin da Sturm, kim in da Nacht,
 pfeif über d´Grimmawänd,
 nix bleibt wias war, des is mei Macht
 alls hat sein Ziel und End.


 

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JoomSpirit